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Richtig Kritisieren und Loben (Geschäftsleben)

26 Punkte
Hallo,

mich würde interessieren, was man beim Kritisieren bzw. Loben im
Geschäftsleben beachten sollte?

Also konkret würde mich interessieren, wie oft man überhaupt kritisieren
bzw. loben sollte, welche Formulierungen "no-go's" sind und wie eine
gute Kritik bzw. ein gutes Lob aussehen könnten..

Ich würde mich sehr über Anregungen freuen.

Ich vermute der Privatbereich verhält sich ähnlich?

Vielen Dank und beste Grüße

vor 21 Monaten von

1 Antwort verfügbar

5 Punkte
#Kritik und Lob sind als Mittel der Motivation weit verbreitet. Sie werden nicht nur in Unternehmen, sondern auch privat, beispielsweise bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen angewendet. Richtig eingesetzt, können Kritik und Lob Mitarbeiter enorm motivieren und zu Höchstleistungen anspornen. Die Zahlen sind alarmierend. Nur 15 Prozent der Arbeitnehmer weisen eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber auf. Mehr als 5 Millionen (ca. 14 Prozent) haben dagegen bereits innerlich gekündigt und arbeiten nur so viel wie nötig. Das kostet dem betroffenen Unternehmen enorme Geldbeträge und schadet dem Geschäft. Einer der Hauptgründe liegt darin, dass Führungskräfte nicht richtig mit Lob und Kritik umgehen können.


Auf die Dosierung kommt es an!
Einer der Hauptfehler, die beim Umgang mit Lob und Kritik in vielen Unternehmen gemacht werden, besteht darin, dass sie nicht richtig eingesetzt werden. Viele Chefs scheinen zu denken, dass keine Kritik schon Lob genug sei. Dabei unterschätzen sie völlig, wie sehr ein Lob motivieren kann. Der umgedrehte Fall ist allerdings auch nicht gut. Wenn Mitarbeiter ständig gelobt werden und die Anerkennung sozusagen nach dem Gießkannenprinzip verteilt wird, verliert das Lob als Erziehungsmaßnahme seinen Wert, ähnlich wie ein Werkzeug, das durch häufigen Gebrauch stumpf wird.

Mit der Kritik verhält es sich ähnlich. Werden Mitarbeiter ständig kritisiert, nehmen sie die Ermahnungen bald nicht mehr ernst. Sie denken dann, dass sie es dem Chef sowieso nicht Recht machen können, egal ob sie sich Mühe geben oder nicht. Übt der Chef dagegen niemals Kritik, bekommen Mitarbeiter manchmal gar nicht mit, dass sie etwas verkehrt machen oder sich nicht so verhalten, wie es der Arbeitgeber wünscht. Das kann für letzteren sogar negative Konsequenzen haben. Hat er vom Fehlverhalten eines Arbeitnehmers Kenntnis und nimmt es hin, ohne Kritik zu üben oder Disziplinarmaßnahmen einzuleiten, duldet er das Verhalten. Juristisch gesehen bedeutet das ein stillschweigendes Einverständnis. Wenn beispielsweise ein Mitarbeiter ständig die Pausen überzieht und der Chef sagt nichts dazu, obwohl er es weiß, kann er dem Arbeitnehmer nicht plötzlich deswegen eine Abmahnung erteilen.


Wie sollte man Lob formulieren?
Dafür gibt es keine festen Regeln, sondern es kommt auf die jeweiligen Umstände an. Kritik und Lob sind aber umso wirksamer, je mehr Respekt und Anerkennung der betreffende Vorgesetzte bei den Mitarbeitern genießt. Wenn beispielsweise ein erfahrener Polier seinen Bauarbeitern sagt, dass er mit ihrer Arbeit sehr zufrieden sei und nach Feierabend eine Runde Bier ausgibt, kann dieses Lob einen höheren Wert haben als eine Urkunde vom Chef, den die meisten Mitarbeiter sowieso kaum zu Gesicht bekommen. Das liegt daran, dass der unmittelbare Vorgesetzte seine Leute genau kennt und weiß, welche Art Lob sie bevorzugen: einen Handschlag und ein Dankeschön, ein Bier (oder Eis oder Pizza) nach Feierabend oder eine schriftliche Mitteilung von der Geschäftsleitung.


Wie sieht es mit dem Formulieren von Kritik aus?
Hier ist noch mehr Feingefühl als beim Lob gefordert, denn die Kritik soll konstruktiv sein. Sie dient nicht dazu, den Mitarbeiter bloß zu stellen oder zu bestrafen, sondern sie soll ihn/sie auf das Fehlverhalten aufmerksam machen und Wege zu dessen Beseitigung aufzeigen. Mit konstruktiver Kritik soll erreicht werden, dass der betreffende Mitarbeiter seinen Fehler einsieht und aus eigenen Antrieb daran arbeitet, ihn abzustellen. Bevor der Vorgesetzte einen Mitarbeiter kritisiert, sollte er sich davon überzeugen, dass die Kritik auch begründet ist. Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn die Infos von Dritten kommen. Stärke und Art der Kritik müssen dem Fehlverhalten angemessen sein. Die meisten Menschen mögen es nicht, wenn sie öffentlich kritisiert werden. Daher ist es in der Regel besser, zunächst das persönliche Gespräch zu suchen. Erst wenn das keine Wirkung zeigt, kann man die Kritik öffentlich ausüben.
Gleich ob öffentlich oder privat unter vier Augen, die Kritik sollte immer begründet sein und beim Kritisieren die Umgangsformen gewahrt werden. Kritik darf nicht in Beleidigung oder Diffamierung ausarten. Beim Kritisieren muss der Vorgesetzte nicht nur auf den Mangel oder das Fehlverhalten eingehen, sondern auch Wege und Möglichkeiten zu deren Beseitigung aufzeigen. Falls notwendig, kann der Vorgesetzte dem Mitarbeiter Hilfe anbieten, beispielsweise durch den Betriebsrat oder die Gewerkschaft.
vor 21 Monaten von
 

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